+ + + Hallenkreismeisterschaft Zwischen- und Endrunde 27.01. und 28.01.2012 ab 18:00 Uhr in der Haupt- undRealschulhalle + + +

Vereinsgeschichte

Das Jahr 1912 ist das Gründungsjahr des Sportclubs Viktoria Nidda. Im damaligen Vereinslokal, dem Hanauer Hof, trafen sich sportbegeisterte Jungen und Männer und gründeten den Sportclub 1912 Viktoria. Zum Vorsitzenden wurde Max Kämmerer gewählt.

Fußball wurde - wie im ganzen Land - auch in Nidda schon in den Jahren vorher gespielt. Älteren Einwohnern von Nidda ist die "Bolzerei" auf der Beunde hinter dem Bismarckstein noch gut in Erinnerung. Das Interesse am Wandervogel hatte nachgelassen und bald traf sich die Jugend teilweise täglich am Bismarckstein, nachdem man sich in der Zentrale bei "Gummi" Lehmann verabredet hatte.
Der Niddaer Fußball-Club "Fortuna 1910" trug die ersten Wettspiele auf der Beunde aus. Wann sich die "Fortuna" aufgelöst hat, ist leider nicht bekannt.

 

Der Eigentliche Initiator zur Gründung der "Viktoria" war ein Voluntär einer Papierfabrik im heimischen Raum, namens Ebbinghaus, der in der "Traube" logierte. Er machte auch die Jugend mit den Regeln bekannt. Gustav Pfannkoch war mit seinen 17 Jahren damals schon "Hans Dampf in allen Gassen".
 
Der von der Stadt ausgewiesene Platz auf der Beunde lag mit der süd-östlichen Hälfte im inzwischen stillgelegten Luppschen Steinbruch. Gespielt wurde auf Tore ohne Querlatte und ohne Netz. Hitzige Diskussionen bei hohen Torschüssen, ob Tor oder nicht, führten bald dazu, eine Bohnenstange als Querlatte zu benutzen.
 
Jahre der Improvisation
Mit der Gründung des Vereins war wohl der erste, aber auch der leichteste Schritt getan und es bedurfte großen Anstrengungen und Opfer, den Verein lebensfähig zu erhalten und vor allen in die Lage zu versetzen, auch nur den geringsten sportliche Anforderungen gerecht zu werden. Problem Nr. 1 war ein geeigneter Sportplatz. Geeignet schien die Gänsweid, die aber von der Stadt nur ungern freigegeben wurde, da sie hier Pachteinnahmen einbüßte. So richtete man zwei provisorische Sportplätze ein und spielte abwechselnd am Bismarckstein und an der Gänsweid. Große sportliche Erfolge blieben zunächst aus. Umso mehr ist die Liebe, Anhänglichkeit und Opferbereitschaft der damaligen Spieler zu bewundern, was manchem der heutigen Spieler als leuchtendes Beispiel dienen könnte. Neue Mitglieder, darunter auch unterstützende, stießen zur "Viktoria", so dass der Verein sich langsam, aber stetig entwickelte.
Durch die Einberufung vieler Mitglieder zum Militärdienst und besonders durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 entstanden empfindliche Lücken sowohl in der Vereinsleitung als auch im Mannschaftsgefüge. Für einige Zeit bestand der Sportclub "Viktoria" nur noch dem Namen nach.
 
Neubeginn mit Gustav Pfannkoch
Bald nach Kriegsende, im Jahre 1919, scharten sich mehrere sportbegeisterte junge Leute sowie die aus dem Kriege zurückgekehrten Mitglieder um den 1. Vorsitzenden Gustav Pfannkoch, um das Fußballspielen wieder aufzunehmen.
Zwei Jahre später schloss man sich dem Süddeutschen Fußballverband an, und von nun an begann ein stetiger Aufstieg der Fußballsportes in Nidda. Eine 2. Mannschaft und eine Jugend wurden aufgestellt.
Auch die Sorgen um den ständigen Spielort waren mit dem Ausbau der Anlage auf der Gänsweid, in uneigennützigem Einsatz aller Mitglieder, gelöst, so dass der Verein nun seinen eigenen Sportplatz hatte. Immer wieder war es vorher zu Streitereien gekommen, da der Dreschplatz vor dem Neuen Wirtshaus nur bis August/September zu Verfügung stand.
Nachdem nun dieser Wunschtraum der Fußballer in Erfüllung gegangen war, begann eine Zeit, an die sich die älteren Mitglieder gerne erinnern. Kameradschaftliches Zusammenhalten und sportliche Begeisterung, gestützt auf eine Mannschaft, als Repräsentant des Vereins, die durch ihre Beständigkeit in der Aufstellung und Gleichmäßigkeit ihrer Leistung glänzte, führten im Jahr 1926 zur Meisterschaft der damaligen C. Klasse und zum Pokalmeister.
Fußball galt als äußerst roher Sport, und die lieben Niddaer Bürger schüttelten die Köpfe, wie ein Studienrat F. Lauckhard den Vorsitz in einem Fußballverein übernehmen konnte. Anfeindungen, besonders von Turnvereinsanhängern, waren an der Tagesordnung. Der Gemeinderat wandte sich sogar an die Regierung, um Lauckhard von Nidda zu versetzen.
 
Der wirtschaftliche Tiefstand der zwanziger Jahre wirkte sich auch hemmend auf das Vereinsleben aus, wozu noch kam, dass F. Lauckhard am 4. Mai 1929 sein Amt niederlegte. Die politischen Wirrnisse der Folgezeit brachten für die "Viktoria" eine schwere Krise und ein geordneter Spielverkehr war kaum noch möglich. In dieser kritischen Zeit nahm im März 1930 Dr. Willi Metz die Geschicke des Vereins in seine Hand, bis er kurz vor Kriegsende von Gustav Pfannkoch abgelöst wurde.
Sportlich gehörte die "Viktoria" von den zwanziger bis in die vierziger Jahre stets der damaligen A-Klasse an, die nach der Oberliga und der Liga die dritthöchste Klasse war. Meist mischte man in der Spitzengruppe mit, und als die stärksten Rivalen erwiesen Ortenberg, Düdelsheim, Büdingen, Gelnhausen, Wächtersbach und Bad Orb.
 
Auch als in den Jahren 1931/32 nach der Auflösung des VfB Ober Schmitten die sogenannten "Freien" in Nidda eine Mannschaft gründeten und später ab 1936 Spieler zur SA-Kampfgemeinschaft gingen oder gehen mussten, spielte die "Viktoria" unverdrossen weiter. Otto Repp und vor allem Hans Reichel war es zu verdanken, dass es stets weiterging. Hans Reichel schaffte es immer wieder, den Fußballsport in Nidda und der weiteren Umgebung am Leben zu halten.
 
Es wurde immer schwieriger, eine Mannschaft komplett auf das Feld zu schicken, bis im Herbst 1944 der Spielbetrieb endgültig eingestellt wurde.
 
Es ging schnell wieder aufwärts
 
Auch der schreckliche 2. Weltkrieg konnte die Niddaer Fußball-Anhänger nicht davon abhalten, schon gleich nach dem Ende in Jahr 1945 ihrem geliebten Sport nachzugehen. Nicht alle, die zurückkehrten, konnten wieder mitkicken, und es dauerte einige Zeit, bis eine schlagkräftige Elf auf den Beinen stand. Zahlreiche Freundschaftsspiele gegen Mannschaften der engeren Umgebung wurden ausgetragen, ehe am 23. Januar 1946 die erste Verbandsrunde im Kreis begann. Die Spielstärke war jedoch zu unterschiedlich und außerdem wollten immer mehr Vereine wieder mitmachen, so dass am 12. Mai desselben Jahres zwei Leistungsklassen gebildet wurden, die in die zweite Verbandsrunde starteten. Sie blieb jedoch wie die erste in den Anfängen stecken. 

Vereinslied des SC Viktoria 1912 Nidda